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Gynäkologie

Nabothi-Zysten am Gebärmutterhals — Diagnose und Entfernung in Istanbul, Türkei

Facharzt: Assist. Prof. Dr. Muzaffer Uçarer — Frauenheilkunde und Geburtshilfe · IVF und Reproduktionsmedizin  ·  Zuletzt aktualisiert: August 2026
Diese Seite bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bitte besprechen Sie Ihre individuelle Situation mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wenn Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt von einer “Zyste am Gebärmutterhals” spricht, handelt es sich meist um eine Nabothi-Zyste — einen der häufigsten und harmlosesten Befunde in der Gynäkologie. Nabothi-Zysten sind kein Krebs, sie entwickeln sich nicht zu Krebs, und in der großen Mehrzahl der Fälle ist keinerlei Behandlung erforderlich. Diese Seite erklärt, was sie sind, warum sie entstehen, wann sie doch Beachtung brauchen und wie sie gegebenenfalls entfernt werden.

Was ist eine Nabothi-Zyste?

Der Gebärmutterhals (Zervix) ist mit Drüsen ausgekleidet, die Schleim produzieren. Manchmal wachsen die Oberflächenzellen über die Mündung einer solchen Drüse und verschließen sie. Der Schleim wird weiter gebildet, kann aber nicht mehr abfließen und sammelt sich in einem kleinen Hohlraum unter der Oberfläche. Dieser Hohlraum ist die Nabothi-Zyste — medizinisch auch mukinöse Retentionszyste oder Epithelzyste genannt.

Die meisten sind nur wenige Millimeter groß — typischerweise 2 bis 3 mm — und erscheinen als kleine, glatte, kuppelförmige Erhebungen in weißlicher, gelblicher oder durchscheinender Farbe. Meist treten sie in Mehrzahl auf. Selten wird eine Zyste größer; in ungewöhnlichen Fällen kann sie 4 cm oder mehr erreichen.

Wie entstehen sie?

Sie sind ein Zeichen normaler Heilung und Umbauvorgänge am Gebärmutterhals, nicht einer Erkrankung. Häufige Auslöser sind:

  • Nach einer Geburt — beim Abheilen wächst neues Oberflächengewebe über die Drüsenmündungen. Deshalb sind Nabothi-Zysten bei Frauen, die geboren haben, häufiger.
  • Lang bestehende Entzündung des Gebärmutterhalses (chronische Zervizitis).
  • Kleine Verletzungen des Gebärmutterhalses, auch nach manchen gynäkologischen Eingriffen.

Sie können in jedem Alter auftreten, am häufigsten zwischen Pubertät und Wechseljahren, wenn der Gebärmutterhals hormonell aktiv ist.

Welche Beschwerden verursachen sie?

In der Regel keine. Die große Mehrzahl wird zufällig bei einer Routineuntersuchung oder bei der Krebsvorsorge entdeckt, ohne dass die Frau etwas bemerkt hatte.

Ist eine Zyste ungewöhnlich groß oder sind es sehr viele, können auftreten:

  • ein Druck- oder Völlegefühl in der Scheide;
  • Unbehagen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr;
  • vermehrter Ausfluss oder ein vorübergehender Ausfluss, wenn eine Zyste platzt;
  • selten unregelmäßige Schmierblutungen.

Blutungen zwischen den Regelblutungen oder nach dem Geschlechtsverkehr sollten immer ärztlich abgeklärt und nicht ohne Weiteres einer Zyste zugeschrieben werden.

Sind Nabothi-Zysten Krebs? Können sie bösartig werden?

Nein. Nabothi-Zysten sind nicht neoplastisch — sie bestehen aus eingeschlossenem Schleim, nicht aus Tumorgewebe. Sie haben kein Entartungspotenzial und erhöhen das Risiko für Gebärmutterhalskrebs nicht. Ihr Vorsorgeintervall ändert sich dadurch nicht.

Es gibt einen Grund, weshalb Ihre Ärztin dennoch genauer hinsehen kann: Eine sehr seltene Form von Gebärmutterhalskrebs, das Adenoma malignum (minimal deviation adenocarcinoma), kann in der Bildgebung ähnlich aussehen. Unterscheidungsmerkmal ist die Tiefe: gewöhnliche Nabothi-Zysten liegen oberflächlich, dieser seltene Tumor tiefer in der Wand des Gebärmutterhalses. Deshalb werden ungewöhnlich große, tiefe oder sehr zahlreiche Zysten weiter abgeklärt — nicht weil eine Nabothi-Zyste gefährlich wäre, sondern um sicher zu sein, dass es eine ist.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Meist genügt das Betrachten:

  • Spekulumuntersuchung — die typischen glatten, kuppelförmigen Zysten sind auf den ersten Blick erkennbar; weitere Tests sind nicht nötig.
  • Kolposkopie — vergrößerte Betrachtung des Gebärmutterhalses, wenn das Bild nicht ganz typisch ist.
  • Ultraschall — die Zysten stellen sich als kleine flüssigkeitsgefüllte (echofreie) Bereiche dar; oft ein Zufallsbefund.
  • MRT — bei großen oder tief liegenden Zysten; bestätigt die Gutartigkeit und schließt den oben genannten seltenen Tumor aus.

Wann ist eine Entfernung nötig?

Fast nie. Eine beschwerdefreie Zyste wird nicht behandelt; eine Entfernung “zur Sicherheit” bringt keinen Nutzen. Eine Behandlung kommt nur infrage, wenn:

  • die Zyste so groß ist, dass sie Schmerzen, Druckgefühl oder Beschwerden beim Verkehr verursacht;
  • sie die Sicht auf den Gebärmutterhals verdeckt oder eine ausreichende Abstrichentnahme erschwert;
  • das Erscheinungsbild untypisch ist und eine Gewebeuntersuchung nötig wird, um andere Diagnosen auszuschließen.

Wie wird behandelt?

Wenn behandelt wird, ist es ein kurzer Eingriff, meist ambulant in örtlicher Betäubung:

  • Elektrokauterisation (Diathermie) — die am häufigsten verwendete Methode; ein elektrischer Strom eröffnet und verschließt die Zyste mit sehr geringer Blutung.
  • Kryotherapie — die Zyste wird vereist und zerstört.
  • Chirurgische Entfernung — bei sehr großen Zysten oder wenn das Gewebe untersucht werden soll.

Die Erholung verläuft rasch; die meisten Frauen fühlen sich nach wenigen Tagen wieder normal. Ein kurzzeitiger wässriger oder leicht blutiger Ausfluss danach ist zu erwarten. Ihre Ärztin sagt Ihnen, wann Geschlechtsverkehr wieder möglich ist und worauf Sie achten sollten.

Der Ablauf bei UCARER Women’s Health

Eine Zyste am Gebärmutterhals wird im Rahmen der normalen gynäkologischen Untersuchung beurteilt. Wir betrachten den Gebärmutterhals direkt und ergänzen bei Bedarf Kolposkopie oder Ultraschall im selben Termin. Da solche Zysten häufig bei der Vorsorge auffallen, prüfen wir zugleich, ob Ihre Pap-Abstrich- und HPV-Untersuchung aktuell ist — die Zyste selbst ist harmlos, aber die Vorsorge ist das, was den Gebärmutterhals schützt.

Ist eine Entfernung tatsächlich sinnvoll, werden die Möglichkeiten zuvor erklärt; auf Wunsch führt eine Chirurgin den Eingriff durch. Unsere Klinik arbeitet auf Deutsch, Englisch, Türkisch, Französisch, Arabisch, Russisch und Persisch; internationale Patientinnen werden durchgehend von einer mehrsprachigen Koordinatorin begleitet.

Häufige Fragen

Verschwinden Nabothi-Zysten von selbst? Das kann vorkommen, ebenso können neue entstehen. Da sie harmlos sind, erfordert beides kein Handeln.

Beeinträchtigen sie Fruchtbarkeit oder Schwangerschaft? Gewöhnliche Nabothi-Zysten verschließen den Gebärmutterhalskanal nicht und sind keine Ursache für Unfruchtbarkeit.

Können sie nach der Entfernung wiederkommen? Die behandelte Zyste kehrt nicht zurück, aber an einer anderen Drüse kann eine neue entstehen — das ist kein Zeichen dafür, dass etwas schiefgelaufen wäre.

Sind sie ansteckend oder mit HPV verbunden? Nein. Eine Nabothi-Zyste ist eine verschlossene Drüse, keine Infektion, und sie wird nicht sexuell übertragen.

Im Ultraschallbefund steht “Nabothi-Zysten” — muss ich mir Sorgen machen? Nein. Sie werden bei Untersuchungen aus anderem Anlass häufig mitbefundet. Bringen Sie den Befund zum Termin mit.

Tut die Entfernung weh? Der ambulante Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung und wird meist eher als kurzes Ziehen denn als Schmerz beschrieben.


Quellen: StatPearls (National Center for Biotechnology Information), Cleveland Clinic, Harvard Health. Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Geprüft von Assist. Prof. Dr. Muzaffer Uçarer (Frauenheilkunde und Geburtshilfe), UCARER Women’s Health, Istanbul.

Kontaktieren Sie UCARER Women’s Health, um Ihren Beratungstermin bei Assist. Prof. Dr. Muzaffer Uçarer zu vereinbaren.

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Eine Kolposkopie ist ein Eingriff, bei dem ein spezielles Instrument den Gebärmutterhals untersucht. Sie wird typischerweise nach einem auffälligen Zellabstrich (Pap-Abstrich) durchgeführt.

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Häufig gestellte Fragen

Häufige Fragen

Nein. Es handelt sich um eingeschlossenen Schleim einer verschlossenen Drüse am Gebärmutterhals — gutartig, kein Krebs, und sie erhöhen das Risiko für Gebärmutterhalskrebs nicht.

In fast allen Fällen nein. Eine Behandlung wird nur erwogen, wenn die Zyste Beschwerden verursacht, die Sicht auf den Gebärmutterhals bei der Vorsorge verdeckt oder untypisch aussieht und untersucht werden muss.

Gewöhnliche Nabothi-Zysten verschließen den Gebärmutterhalskanal nicht und sind keine Ursache für Unfruchtbarkeit.

Meist durch direkte Betrachtung des Gebärmutterhalses mit dem Spekulum. Bei untypischem Bild kommen Kolposkopie, Ultraschall oder — bei großen oder tiefen Zysten — eine MRT hinzu.

Am häufigsten ambulant per Elektrokauterisation in örtlicher Betäubung; bei größeren Zysten oder wenn Gewebe untersucht werden soll, kommen Kryotherapie oder chirurgische Entfernung infrage.

Die behandelte Zyste kehrt nicht zurück, an einer anderen Drüse kann jedoch eine neue entstehen. Das ist normal und kein Anzeichen für ein Problem.

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