Was ist das humane Papillomavirus?
Das humane Papillomavirus (HPV) umfasst eine Gruppe von mehr als 100 verwandten Viren. Etwa 40 sexuell übertragbare Varianten verbreiten sich durch Genitalkontakt sowie durch Haut- und Schleimhautkontakt beim Geschlechtsverkehr.
Übertragung
Etwa die Hälfte aller sexuell aktiven Personen infiziert sich im Laufe ihres Lebens mit HPV. Das Virus betrifft alle Geschlechter; ein erhöhtes Risiko besteht bei Personen mit mehreren Sexualpartnern oder frühem Beginn sexueller Aktivität. Viele Infizierte bleiben beschwerdefrei und übertragen das Virus, ohne es zu wissen.
Gesundheitsrisiken
Bestimmte HPV-Typen erhöhen das Krebsrisiko im Bereich des Gebärmutterhalses, der Scheide und des Afters. Andere Stämme verursachen Genitalwarzen – kleine rosa, rote oder hautfarbene Wucherungen auf oder in der Nähe der Genitalien, die sich durch Sexualkontakt leicht übertragen.
Präventionsmethoden
- Impfung: Empfohlen ab dem Alter von 11–12 Jahren, mit Nachholimpfung bis zum Alter von 26 Jahren
- Schutzmaßnahmen: Verwendung von Kondomen und Reduzierung der Anzahl von Sexualpartnern
- Verfügbare Impfstoffe: Gardasil und Cervarix schützen vor krebsauslösenden HPV-Typen sowie vor Genitalwarzen
Die HPV-Impfung gilt als wirksames Mittel zur Senkung des Infektionsrisikos in der Bevölkerung. Vorsorgeuntersuchungen und regelmäßiges Screening sind wesentliche Bestandteile des HPV-Managements.
Der 9-valente HPV-Impfstoff (Gardasil 9)
Der heutige HPV-Impfstoff ist der 9-valente Impfstoff Gardasil 9. Er schützt vor neun HPV-Typen: den Niedrigrisiko-Typen 6 und 11 (die die meisten Genitalwarzen verursachen) und den sieben Hochrisiko-Typen 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58, die gemeinsam für die überwiegende Mehrheit der Fälle von Gebärmutterhalskrebs und anderen HPV-bedingten Krebsarten verantwortlich sind. Er ersetzt die älteren 2-valenten und 4-valenten Impfstoffe und bietet einen breiteren Schutz.
Wer sollte geimpft werden, und in welchem Alter?
Der Impfstoff ist für Personen im Alter von 9 bis 45 Jahren zugelassen.
- Routinealter: 11–12 Jahre (die Impfung kann bereits ab 9 Jahren beginnen). Eine Impfung vor jeglichem Kontakt mit HPV bietet den stärksten Schutz.
- Nachholimpfung: empfohlen bis zum Alter von 26 Jahren für alle, die nicht früher vollständig geimpft wurden.
- Alter 27–45: die Impfung ist nicht routinemäßig, kann aber dennoch sinnvoll sein — dies ist eine gemeinsame Entscheidung mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt, auf Grundlage Ihres individuellen Risikos.
Wie viele Dosen sind nötig?
- Begonnen vor dem 15. Geburtstag: 2 Dosen im Abstand von 6–12 Monaten.
- Begonnen mit 15 Jahren oder älter, oder bei geschwächtem Immunsystem: 3 Dosen über 6 Monate (bei 0, 1–2 und 6 Monaten).
Ich wurde als Kind gegen HPV geimpft — brauche ich jetzt den 9-valenten Impfstoff?
Wenn Sie in der Kindheit eine frühere HPV-Impfserie (2-valent oder 4-valent) abgeschlossen haben, wird eine routinemäßige Wiederholungsimpfung mit dem 9-valenten Impfstoff in der Regel nicht empfohlen. Ob eine zusätzliche Impfserie einen bedeutsamen Nutzen bringt, ist eine individuelle Entscheidung — Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt kann Sie auf Grundlage Ihrer Vorgeschichte und Ihres Risikos beraten.
Geimpfte Frauen brauchen weiterhin eine Gebärmutterhals-Früherkennung
Der Impfstoff verhindert die meisten, aber nicht alle krebserregenden HPV-Infektionen. Geimpfte Frauen sollten regelmäßige Pap-Abstriche und HPV-Tests nach dem normalen Zeitplan fortsetzen. Angaben zu Alter und Intervallen der Früherkennung finden Sie auf unserer Seite zu Pap-Abstrich, HPV-Test und Co-Test.
Kontaktieren Sie UCARER Women’s Health, um Ihre Beratung bei Assist. Prof. Dr. Muzaffer Uçarer zu vereinbaren.
