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Bad Over Response - Is There a Solution?
Künstliche Befruchtung (IVF)

Schlechtes Ansprechen der Eierstöcke — Gibt es eine Lösung?

Facharzt: Assist. Prof. Dr. Muzaffer Uçarer — Frauenheilkunde und Geburtshilfe · IVF und Reproduktionsmedizin  ·  Zuletzt aktualisiert: June 2026
Diese Seite bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bitte besprechen Sie Ihre individuelle Situation mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Nach klassischen Erkenntnissen werden Frauen mit einem bestimmten Vorrat an Eizellen geboren, der für ihr gesamtes Leben bestimmt ist; neue Eizellen werden nicht produziert. Dieser Artikel geht der Frage nach, warum die Eierstöcke mit zunehmendem Alter der Frau weniger Eizellen heranreifen lassen.

Es ist ein normaler und physiologischer Vorgang, dass die Anzahl der Eizellen im Eierstock mit steigendem Alter abnimmt. Nach dem 39.–40. Lebensjahr wird eine Schwangerschaft deutlich schwieriger, und nach dem 44. Lebensjahr ist sie nahezu unmöglich. Die abnehmende Eierstockreserve darf nicht mit dem Einsetzen der Wechseljahre gleichgesetzt werden.

Bei Frauen beginnt ab dem 37. Lebensjahr eine Entkopplung zwischen reproduktiver Funktion und Hormonproduktion. Während die Fortpflanzungsfähigkeit ab diesem Alter rasch abnimmt, setzt sich die Hormonsekretion bis zu den Wechseljahren fort. Diese physiologische Veränderung erklärt, warum es für manche Frauen trotz noch vorhandener Hormonfunktion zunehmend schwieriger wird, eine Schwangerschaft zu erreichen.

Bei Frauen mit einer familiären Vorbelastung für frühe Wechseljahre nimmt die Eierstockreserve früher ab. Diese Frauen können etwa 10 Jahre vor dem genetisch programmierten Menopausealter auf reproduktive Schwierigkeiten stoßen.

Weitere Ursachen für eine verminderte Eierstockreserve

Neben Alter und genetischen Faktoren kann eine verminderte Eierstockreserve auch durch frühere Operationen an den Eierstöcken, eine vorangegangene Strahlen- oder Chemotherapie sowie starkes Rauchen (mehr als 10 Zigaretten täglich) bedingt sein.

Hinweiszeichen

Auf eine nachlassende Fortpflanzungsfähigkeit können folgende Zeichen hinweisen: Regelblutungen in kürzeren Abständen, erhöhte Fehlgeburtenraten – sowohl bei spontanen als auch bei behandelten Schwangerschaften – sowie eine geringere Anzahl heranreifender Eizellen bei der IVF-Stimulation trotz hoch dosierter Medikamente.

Vorhersage und Behandlung

Ein schlechtes Ansprechen der Eierstöcke lässt sich durch Hormontests (FSH, LH, Östradiol) und eine vaginale Ultraschalluntersuchung vorhersagen. Weniger als 6 unreife Follikel in beiden Eierstöcken weist auf eine eingeschränkte Eierstockreserve hin. Bei verminderter Eierstockreserve sollte die Behandlungsplanung schneller auf eine IVF-Behandlung (künstliche Befruchtung) umgestellt werden. Neuere Studien belegen, dass in den Eierstöcken von Frauen Stammzellen vorhanden sind, die künftig mögliche Behandlungsoptionen für Frauen mit geringer Eierstockreserve eröffnen könnten.

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Häufig gestellte Fragen

Häufige Fragen

Ein schlechtes Ansprechen der Eierstöcke (englisch: Poor Ovarian Response, POR) bedeutet, dass die Eierstöcke während der IVF-Stimulation weniger Eizellen produzieren als erwartet — in der Regel weniger als 4 reife Follikel oder weniger als 3–4 entnommene Eizellen. Es tritt häufiger bei fortgeschrittenem Alter oder verminderter ovarieller Reserve (niedriger AMH-Wert, erhöhter FSH-Wert) auf.

Nicht zwingend. Ein schlechtes Ansprechen beschreibt die Leistung in einem bestimmten IVF-Zyklus. Manche Patientinnen mit schlechtem Ansprechen weisen eine normale Ausgangsreserve auf, reagieren jedoch unvorhersehbar; andere haben tatsächlich eine verminderte Reserve (niedriger AMH-Wert). Diese Unterscheidung ist für die Behandlungsplanung von Bedeutung.

Zu den Strategien zählen die Erhöhung der Gonadotropin-Dosis, der Wechsel des Stimulationsprotokolls (Antagonisten- gegenüber Langprotokoll), die Gabe von Wachstumshormon, die Anwendung eines sanfteren Mini-IVF-Ansatzes oder — bei anhaltend kritisch schlechtem Ansprechen — die Erwägung einer Eizellspende.

Im Allgemeinen bietet die Gewinnung von 5–15 Eizellen das beste Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Ergebnis. Weniger als 4 Eizellen verringern die Chance auf einen verwendbaren Embryo für den Transfer erheblich. Dennoch kann auch eine einzige qualitativ hochwertige Eizelle zu einem gesunden Baby führen.

Bei der IVM (In-vitro-Maturation) werden unreife Eizellen aus minimal stimulierten Eierstöcken entnommen und im Labor zur Reife gebracht. Dadurch wird eine intensive Stimulation vermieden, was Kosten und das OHSS-Risiko senkt. Obwohl die Erfolgsraten im Allgemeinen etwas niedriger als bei einer konventionellen IVF sind, stellt die IVM eine sinnvolle Option für ausgewählte Patientinnen mit schlechtem Ansprechen dar.

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