Nach klassischen Erkenntnissen werden Frauen mit einem bestimmten Vorrat an Eizellen geboren, der für ihr gesamtes Leben bestimmt ist; neue Eizellen werden nicht produziert. Dieser Artikel geht der Frage nach, warum die Eierstöcke mit zunehmendem Alter der Frau weniger Eizellen heranreifen lassen.
Es ist ein normaler und physiologischer Vorgang, dass die Anzahl der Eizellen im Eierstock mit steigendem Alter abnimmt. Nach dem 39.–40. Lebensjahr wird eine Schwangerschaft deutlich schwieriger, und nach dem 44. Lebensjahr ist sie nahezu unmöglich. Die abnehmende Eierstockreserve darf nicht mit dem Einsetzen der Wechseljahre gleichgesetzt werden.
Bei Frauen beginnt ab dem 37. Lebensjahr eine Entkopplung zwischen reproduktiver Funktion und Hormonproduktion. Während die Fortpflanzungsfähigkeit ab diesem Alter rasch abnimmt, setzt sich die Hormonsekretion bis zu den Wechseljahren fort. Diese physiologische Veränderung erklärt, warum es für manche Frauen trotz noch vorhandener Hormonfunktion zunehmend schwieriger wird, eine Schwangerschaft zu erreichen.
Bei Frauen mit einer familiären Vorbelastung für frühe Wechseljahre nimmt die Eierstockreserve früher ab. Diese Frauen können etwa 10 Jahre vor dem genetisch programmierten Menopausealter auf reproduktive Schwierigkeiten stoßen.
Weitere Ursachen für eine verminderte Eierstockreserve
Neben Alter und genetischen Faktoren kann eine verminderte Eierstockreserve auch durch frühere Operationen an den Eierstöcken, eine vorangegangene Strahlen- oder Chemotherapie sowie starkes Rauchen (mehr als 10 Zigaretten täglich) bedingt sein.
Hinweiszeichen
Auf eine nachlassende Fortpflanzungsfähigkeit können folgende Zeichen hinweisen: Regelblutungen in kürzeren Abständen, erhöhte Fehlgeburtenraten – sowohl bei spontanen als auch bei behandelten Schwangerschaften – sowie eine geringere Anzahl heranreifender Eizellen bei der IVF-Stimulation trotz hoch dosierter Medikamente.
Vorhersage und Behandlung
Ein schlechtes Ansprechen der Eierstöcke lässt sich durch Hormontests (FSH, LH, Östradiol) und eine vaginale Ultraschalluntersuchung vorhersagen. Weniger als 6 unreife Follikel in beiden Eierstöcken weist auf eine eingeschränkte Eierstockreserve hin. Bei verminderter Eierstockreserve sollte die Behandlungsplanung schneller auf eine IVF-Behandlung (künstliche Befruchtung) umgestellt werden. Neuere Studien belegen, dass in den Eierstöcken von Frauen Stammzellen vorhanden sind, die künftig mögliche Behandlungsoptionen für Frauen mit geringer Eierstockreserve eröffnen könnten.
Kontaktieren Sie UCARER Women’s Health, um Ihre Beratung bei Assist. Prof. Dr. Muzaffer Uçarer zu vereinbaren.
