Der Beckenboden ist eine hängemattenartige Muskelschicht, die Blase, Gebärmutter und Darm stützt und mitsteuert, wann Sie Wasser lassen. Ihn kräftig zu halten schützt vor unwillkürlichem Urinverlust und Prolaps — und die gute Nachricht ist: Beckenbodenübungen wirken in jedem Alter.
Was ist der Beckenboden?
Die Beckenbodenmuskeln spannen sich vom Schambein bis zum unteren Ende der Wirbelsäule, stützen die Beckenorgane und steuern Blase und Darm. Wie alle Muskeln können sie geschwächt — oder gestärkt — werden.
Was schwächt ihn?
- Schwangerschaft und Geburt
- Die natürlichen Veränderungen der Wechseljahre
- Chronisches Husten, Verstopfung oder Pressen
- Wiederholtes schweres Heben
- Deutliches Übergewicht
Beckenbodenübungen (Kegelübungen)
Beckenbodenübungen sind die Erstbehandlung vieler urogynäkologischer Probleme und ein einfacher Weg, ihnen vorzubeugen. Zur Durchführung spannen Sie die Muskeln an, mit denen Sie den Harnfluss stoppen würden, halten die Spannung einige Sekunden und entspannen dann wieder — und wiederholen dies über den Tag verteilt in mehreren Sätzen. Es kann einige Wochen konsequenten Trainings dauern, bis sich der Nutzen bemerkbar macht.
Weitere Möglichkeiten, Ihren Beckenboden zu schützen
- Verstopfung und Pressen vermeiden
- Vorsichtig heben und aktiv bleiben
- Ein gesundes Körpergewicht halten
- Frühzeitig eine Untersuchung aufsuchen, wenn Sie Urinverlust oder Druck bemerken
Wenn Übungen nicht ausreichen
Wenn die Beschwerden trotz konsequenten Trainings anhalten, kann eine weitere Behandlung helfen — von einem stützenden Pessar über das TOT-Verfahren bei Belastungsinkontinenz bis hin zur Korrekturoperation bei Prolaps. Eine Untersuchung findet den richtigen nächsten Schritt.
Es ist nie zu spät
Ob Sie eine Schwangerschaft planen, sich von einer Geburt erholen oder durch die Wechseljahre gehen — sich um Ihren Beckenboden zu kümmern lohnt sich. Eine kurze Untersuchung kann Ihnen einen persönlichen Plan geben.
Siehe den vollständigen Urogynäkologie-Leitfaden und unsere Preisliste.
Quellen: NICE, RCOG, ACOG, Leitlinien der International Urogynecological Association. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Geprüft von Assist. Prof. Dr. Muzaffer Uçarer (Geburtshilfe & Gynäkologie), UCARER Women’s Health, Istanbul.
