Unwillkürlicher Urinverlust ist weit häufiger, als die meisten Frauen annehmen, und er ist sehr gut behandelbar. Wenn er beim Husten, Lachen oder bei körperlicher Anstrengung auftritt — die sogenannte Belastungsinkontinenz —, kann ein kurzer Eingriff wie das TOT-Verfahren sehr wirksam sein, sobald einfachere Maßnahmen ausgeschöpft sind.
Arten der Inkontinenz
- Belastungsinkontinenz — Urinverlust beim Husten, Lachen, Niesen oder bei körperlicher Anstrengung, bedingt durch eine geschwächte Stützfunktion des Blasenhalses.
- Dranginkontinenz — ein plötzlicher, starker Harndrang, manchmal mit Urinverlust.
- Mischform — eine Kombination aus beiden.
Die Art zu bestimmen ist wichtig, da sich die Behandlungen unterscheiden.
Erstbehandlung
Für die meisten Frauen ist der erste Schritt nicht-operativ: Beckenbodenübungen (Kegelübungen), Blasentraining und Lebensstilmaßnahmen. Diese sind bei vielen Frauen wirksam und haben keine Nachteile. Siehe unseren Leitfaden zur Beckenbodengesundheit.
Was ist das TOT-Verfahren?
TOT (transobturatorisches Band) ist ein kurzer Eingriff bei Belastungsinkontinenz. Ein schmales stützendes Band wird unter der Harnröhre platziert, um die Stützfunktion wiederherzustellen, sodass es unter Belastung nicht mehr zu Urinverlust kommt. Der Eingriff ist minimal-invasiv und wird in der Regel ambulant oder mit kurzem stationärem Aufenthalt durchgeführt.
Genesung
Die meisten Frauen kehren noch am selben Tag oder nach einer Nacht nach Hause zurück und nehmen innerhalb von etwa zwei Wochen leichte Aktivitäten wieder auf, wobei sie für eine gewisse Zeit wie empfohlen schweres Heben vermeiden sollten. Ihr Behandlungsteam gibt Ihnen klare, schriftliche Nachsorgehinweise.
Ist eine Operation immer notwendig?
Nein. Eine Operation kommt nur dann in Betracht, wenn Beckenbodentraining und konservative Maßnahmen keine ausreichende Besserung gebracht haben und wenn die Belastungsinkontinenz das Hauptproblem ist. Ihre Chirurgin oder Ihr Chirurg erklärt Ihnen, ob Sie eine geeignete Kandidatin sind.
Siehe den vollständigen Urogynäkologie-Leitfaden und unsere Preisliste.
Quellen: NICE-Leitlinie zur Harninkontinenz, RCOG, ACOG. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Geprüft von Assist. Prof. Dr. Muzaffer Uçarer (Geburtshilfe & Gynäkologie), UCARER Women’s Health, Istanbul.
